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Aktuelle Presse 2003 (1)

 
Stereoplay 9 / 2003:
Michels: Das Beste / The Essential Collection (WSM)

Seit seiner Zeit bei der Kultband Percewood's Onagram geisterte Wolfgang Michels als ewiger Geheimtipp unter Fans entspannter, handwerklich exzellenter Musik umher. Zwei Westcoastfolk-Alben mit englischen und drei herrliche deutschsprachige Platten hat er eingespielt, das Destillat macht Warner jetzt auf zwei erstaunlich gut remasterten CDs endlich wieder zugänglich. Wobei vor allem das "Beste" durch alternative Mixe und die Mitwirkung von Rio Reiser erheblichen Sammlerwert hat. Dieser deutsche Michel(s) hat Weltklasse-Format.

Lothar Brandt
Musik: 9, Klang: 7, Repertoire: 9 (Höchstwertung: 10)
 
Musikexpress 9 / 2003:
Michels: Das Beste / The Essential Collection (WSM)
Acoustic-Rock: Späte Ehrung für einen Pionier der Unplugged-Bewegung.

Kaum einer der jüngeren Musikfans hierzulande kennt ihn - und doch wäre vieles von dem, was heutzutage musikalisch passiert, ohne ihn nicht vorstellbar: Wolfgang Michels. Wenn man bedenkt, welche Pioniertaten der Kopf von Percewood’s Onagram vollbracht hat, dann verwundert es doch, dass ihn die musikalische Geschichtsschreibung so schmählich neben Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer und Westernhagen links liegen lässt. Mit zwei Compilations, die sich vor allem an Michels-Einsteiger wenden, soll das geändert und dem Mann endlich der Status verschafft werden, den er verdient. THE ESSENTIAL COLLECTION * * * * versammelt die englischsprachigen Highlights von Wolfgang Michels. Mit Tracks wie “Love Takes You Everywhere”, “Ramona From Roma”, “Do You Still Dig It” und dem Remake von “Desert Walker”, mit dem sich Michels 1968 in der BBC-Hitparade zwischen “Jumpin‘ Jack Flash” (Rolling Stones) und “Hurdy Gurdy Man” (Donovan) platzieren konnte. Der zweite Karriereüberblick enthält DAS BESTE * * * *1/2 in deutscher Sprache, das zum Großteil mit Hilfe von Rio Reiser entstand. In Songs wie “Bei Mondschein ...”, “Deine Liebe” oder auch “Ich bin müde” (jüngst von Fettes Brot gecovert) hören wir jenen stilbildenden Unplugged-Sound zwischen Folk, Westcoast-Rock und Country, der bis heute nachwirkt. Eine erstaunlich aktuell gebliebene Musik.

Harald Keppler
 
Audio 9 / 2003:
Michels: Das Beste / The Essential Collection (WSM)

Michels - nie gehört? Kann sein: Der deutsche Folk-Pop-Rock-Pionier machte nie viel Wirbel um sich und seine Songs, arbeitete aber u. a. mit Rio Reiser. Er avancierte zur Kultfigur. Nun kommen diverse CDs mit 160 Songs von 1967 bis heute. “Das Beste” vereint 18 deutsche Stücke, die teils wie eine Kreuzung aus Reiser-Westernhagen-Maahn anmuten. “The Essential Collection” glänzt englisch und noch peppiger mit Ambient-Pop, Rock-Biss und Country-Faible.

Klaus Dick
Musik: 3 - 4, Klang: 3 - 4 (Höchstwertung: 5)
 
Rolling Stone 9 / 2003:
Michels: Full Moon California Sunset (Telefunken) ****
Hanseatische Evokationen der kalifornischen Westküste

Moonstruck war Wolfgang Michels offenbar des öfteren, lange vor dem Film gleichen Namens, und anders als Nicolas Cage mit Cher hatte er anscheinend immer wieder mal massive Probleme mit Mädchen. Über die schrieb er dann einige seiner besten “Lieder nach nirgendwo”. Oder “einfach in den Wind”, wie er im Titelsong von “Keine Probleme” (* * *1/2) sang. Das war neben “Bei Mondschein” (* * *1/2) wohl auch deswegen sein bestes deutschsprachiges Album, weil Rio Reiser da etliche hübsch inspirierte Texte zulieferte.
Dieser Wolfgang M. war ein erklärter Lennon-Fan und ein sehr ernsthafter junger Mann - ganz sicher nicht der Erfinder der Spaßkultur. Zu “Wir woll’n keine Kriege mehr” auf dem deutschsprachigen Solo-Debüt “Irgendwas stimmt hier nicht” (***) hatte ihn möglicherweise Lennons “Give Peace A Chance” inspiriert. Die gut gemeinte Botschaft kam etwas platt rüber. Fehlt deswegen wohl auch auf der Sammlung “Zukunft der Vergangenheit - Das Beste” (* * * *).
So ganz habe ich nie nachvollziehen können, warum Michels irgendwann Alexis Korners Rat befolgte und unbedingt nur noch deutschsprachiges Liedgut zu schreiben begann, anstatt dort weiterzumachen, wo er nach den Jahren mit Percewood’s Onagram seine Solo-Laufbahn mit “Full Moon California Sunset” begonnen (und gekrönt) hatte. Denn dieses Westcoast-inspirierte Album war immerhin nicht weniger als ein kleiner Geniestreich.

Franz Schöler
3 - 4 Sterne (Höchstwertung: 5 Sterne)
 
Access 9 / 2003:
Michels: Das Beste / The Essential Collection (WSM)

Wolfgang Michels ist vermutlich Deutschlands unbekanntester Star. Schon Ende der 60er / Anfang der 70er machte er sich als Kopf der Folkrock-Truppe Percewood’s Onagram international einen Namen und ist seitdem einer der renommiertesten Singer / Songwriter der Republik. "Das Beste" vereint 18 seiner besten deutschen Nummern, während die "Essential Collection" 18 Schmankerl in englischer Sprache bietet.
Fazit: Zwei Best-Of-Kopplungen eines Spitzensongwriters, der mit Rio Reiser und anderen Größen arbeitete.

Thomas Moritz
 
In Music 9 / 2003:
Michels: Das Beste / The Essential Collection (WSM)

Wolfgang Michels kann man getrost als eine Art Pionier oder Vorreiter in Sachen Singer/Songwriter-Kunst auf deutschen Boden betrachten. 1968 schaffte es sein selbstproduzierter Song “Desert Walker” unter dem Pseudonym “One Plus None” wie durch ein Wunder auf Platz 2 der BBC-Charts. Eine Sensation! Dies fand auch Alexis Korner, der Vater des wießen Blues, der Michels unter seine Fittiche nahm. In Folge erschienen einige wegweisende Folkalben. Mitte der 70er schaffte es Michels, als erster deutscher Musiker in Kalifornien eine Platte aufzunehmen. Wieder eine Sensation! In den 80ern spielte Michels zusammen mit Rio Reiser Scheiben wie “Keine Probleme” (1983) und “Bei Mondschein” (1985) ein, die durch ihre deutschen Texte beeindrucken. In diesem Jahr nun bringt WSM erstmals komplett alle Michels-Alben auf den Markt, wobei ich vor allem die “Essential Collection” mit 18 in englischer Sprache gesungenen Songs sowie “Das Beste”, ebenfalls 18 Songs, allerdings diesmal in deutsch gesungen, besondern empfehlen möchte. * * * * *

Frank Zöllner
 
Fan-Magazin 9 / 2003:
Fan-Special MICHELS
 
bloom.de 30.09.2003:
MICHELS: Best-Of-CDs